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11. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit

Wie ich meine Nebenprojekte baue, von Idee bis live

Wie ich meine werbefreien Nebenprojekte baue: von der ersten Idee über den Stack bis zum Go-live, und was mir datly, foldly und incomly beigebracht haben.

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datly.eu, foldly.eu und incomly.eu haben alle dasselbe Muster: ein Werkzeug, das ich selbst brauche, abends gebaut, werbefrei und in Deutschland gehostet. Wie ich dabei vorgehe, von der ersten Idee bis zum Go-live, ist über drei Projekte hinweg erstaunlich gleich geblieben, und diese Wiederholung ist kein Zufall.

Wo ich anfange: an einem eigenen Ärgernis

Jedes dieser Projekte hat mit Genervtsein angefangen, nicht mit einer Geschäftsidee. datly entstand, weil eine simple Terminumfrage bei Doodle heute einen dreistöckigen Cookie-Banner und ein „Pro”-Upsell bedeutet. foldly kam, weil ich einer NDA nicht zutraue, sie bei irgendeinem PDF-Tool hochzuladen, das die Datei auf einen fremden Server schiebt. Und incomly gibt es, weil die gängigen Brutto-Netto-Rechner zwischen Werbebannern auch noch falsch rechnen.

Der Filter ist immer derselbe: Würde ich das Ding selbst regelmäßig benutzen? Wenn nein, baue ich es nicht. Das klingt banal, sortiert aber die meisten Ideen sofort aus und sorgt dafür, dass ich der erste ehrliche Nutzer bin.

Wie ich vorgehe: kleiner Stack, kleiner erster Schritt

Zuerst wähle ich den langweiligsten Stack, der die Aufgabe erledigt. Bei datly ist das PHP 8 auf klassischem Shared Hosting, bei foldly und incomly Next.js als statischer Export. Die Wahl richtet sich nach dem Problem, nicht nach dem, was sich gut im Lebenslauf macht. Ein Tool, das jahrelang einfach laufen soll, will keine Pipeline, die ich pflegen muss.

Dann baue ich einen MVP, der genau eine Sache gut kann, und stelle ihn früh online. foldly ist als Phase-1-MVP gestartet, mit den clientseitigen Werkzeugen zuerst und den Server-Tools später. incomly ging als reiner Hauptrechner live, bevor die Spezialrechner dazukamen. Der Rest der Roadmap schreibt sich danach fast von selbst, weil echte Nutzung schnell zeigt, was wirklich fehlt.

Und der Datenschutz ist von Anfang an Architektur, kein Banner. Wo es geht, verlässt kein Datum den Browser: incomly rechnet dein Gehalt komplett lokal, foldly verarbeitet PDFs im Browser statt auf dem Server. Das ist keine nachträgliche Einstellung, sondern die erste Entscheidung.

Was dabei rauskommt

Am Ende steht jedes Mal dasselbe: ein Werkzeug ohne Werbung, ohne Cookies, ohne Registrierungszwang, DSGVO-konform in Deutschland gehostet. Das ist der rote Faden, den alle drei teilen, und der Grund, warum sie zusammengehören, obwohl sie technisch verschieden sind.

Was danach passiert, ist Substanz statt neuer Features. Bei incomly steckt die Berechnung inzwischen hinter 76 automatisierten Tests. datly hat ein Jahr nach dem Start ein komplettes Redesign samt Security-Audit und eigenem Design-System bekommen, incomly ist mit einem Firmenwagen-Rechner auf Version 1 gereift. Die spannende Arbeit liegt oft nicht im ersten Launch, sondern in dem, was danach unspektakulär besser wird.

Was ich bisher gelernt habe

Vier Dinge nehme ich aus den drei Projekten mit:

Der eigentliche Gewinn ist aber ein anderer: Tagsüber geht es bei mir um Strategie, Architektur und Teams. Abends selbst zu bauen hält die Brücke zur Technik intakt und macht mich in genau den Diskussionen besser, die ich beruflich führe.

Wenn du sehen willst, was dabei herauskommt, findest du alles auf der Projektseite. Und wenn du selbst an so einem Werkzeug tüftelst oder eine Idee dazu hast, freue ich mich über eine Nachricht über das Kontaktformular.

David Hirsekorn

David Hirsekorn

Manager Microsoft & Community Lead Modern Work. Schreibt hier privat über Leadership, KI, Modern Work und Prozesse sowie über die Tools, die abends entstehen.

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